Das Sein und Arbeiten in der Natur und mit den Pflanzen hat in mir die Neugierde wachsen lassen, wie dieses Wunder eigentlich vor sich geht – gleichzeitig wissend, dass dieses komplexe Geschehen niemals ganz mit meinem Verstand allein erfasst werden kann. Wie kann aus einem kleinen Samen zum Beispiel eine Schafgarbenpflanze entstehen mit gefächerten Blättern und so vielen kleinen weißen Blüten? Wie kann auf einem ehemaligen Acker, auf dem zuletzt ausschließlich Luzerne wuchs, ein so artenreiches Ökosystem entstehen? 

Schwammige Erinnerungen der Schulzeit über Photosynthese kommen mir in den Sinn. Interessiert las ich das Buch „Das geheime Leben der Pflanzen“, das anhand elektromagnetischer Messgeräte die Reaktionen und Kommunikation der Pflanzen erforscht. Und ich las wiederum kritische Stimmen, die an der Aussagekraft zweifeln. Ich las über die unterirdische Verbindungen der Pflanzen und deren Informationsvermittlung über Sekrete und Düfte. Pflanzen nehmen wohl 80% der irdischen Biomasse ein (450 Gigatonnen), wir Menschen lediglich 0,06 Gigatonnen. 

Was jedoch stets betont wird ist, dass viele Fragen offen bleiben und Vieles noch nicht wissenschaftlich ergründet und erklärbar ist. Auch mir geht es so. Fakten, die mich begeistern und viele Fragen offenlassen und noch mehr Fragen, die entstehen. Und genau dies spiegelt für mich auch das Wunder wider. Allein rational kann Natur nicht erfasst werden. Es bedarf einer ganzheitlichen Wahrnehmung. Ein Einspüren und eine postrationale Herangehensweise, die genau das über das Rational herausgehende integriert statt abzutun, da es in keine Zahlen ausgedrückt werden kann. Genau so kann die feine, leise und zarte Verbindung erschlossen werden, wobei wir Teil des Systems und mittendrin statt außen vor sind. 

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